27.11.2025
Abschied von Marita Boos-Waidosch

Mehr als 100 Freund*innen und Wegbegleiter*innen nahmen im Glashaus des Staatstheaters Mainz Abschied von Marita Boos-Waidosch. Am 18. November fand hier die Trauerfeier für sie statt. Als Aktivistin der Selbstbestimmt Leben Bewegung prägte sie die Behindertenszene über Jahrzehnte maßgeblich mit. Geschätzt wurde Marita aber auch für ihre empathische und liebevolle Art. Marita Boos-Waidosch wurde 72 Jahre alt.

Das Staatstheater Mainz – Treffpunkt für viele Kulturinteressierte. Bunt und weltoffen. So wie Marita es war. Jener Ort, an dem sie bei mehr als 1.000 Vorstellungen zu Gast war. Bei einigen Aufführungen wirkte sie selbst mit. Jener Ort, an dem nun Abschied genommen wurde. Abschied von einer langjährigen Unterstützerin des ZsL Mainz. Denn: Marita war nicht nur Gründungsmitglied und über viele Jahre im ZsL-Vorstand. Bis zuletzt prägte sie unseren Verein durch ihre wertvolle Arbeit als Beiratsmitglied. Kritisch, visionär, aber immer das Wohlergehen ihres geliebten Vereins im Blick. 

Durch den Nachmittag der Trauerfeier führte Markus Müller, Intendant des Staatstheaters. Ihm waren der Austausch und die gemeinsamen Projekte mit Marita sehr wichtig. Das spürte man sehr deutlich. Auch der Mainzer Oberbürgermeister, Nino Haase, betonte in seinem Beitrag, wie sich das Mainzer Stadtbild durch das Wirken von Marita zum Positiven verändert habe. Nach Nino Haase teilten Weggefährt*innen von Marita ihre persönlichen Erinnerungen und Perspektiven. Auch Maritas Tochter Larissa richtete einige Worte an die Anwesenden. Ihr Enkel Mattis spielte ein Stück von Yann Tiersen auf dem Klavier. Das waren für uns alle sehr emotionale und einprägende Momente. 

Marita inspirierte viele Menschen durch ihre begeisterungsfähige und überzeugende Art. Das wurde an diesem Nachmittag noch einmal sehr deutlich. Wertschätzend, hart in der Sache, aber immer menschlich und zugewandt. Das zeichnete Marita aus. 

Als die untergehende Sonne das Glashaus in goldenes Licht tauchte, ein Anblick, den Marita sicherlich sehr genossen hätte, war noch Zeit für den persönlichen Austausch. Dabei gab es für alle Anwesenden die Gelegenheit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen, welches das ZsL Mainz ausgelegt hat und anschließend an Maritas Familie übergeben wird.

Wir sind froh, dass Marita in ihrer Wirkstätte Mainz ein so würdevoller Abschied bereitet wurde. In ihrem Gedenken wird das ZsL Mainz ihr Lebenswerk fortsetzen - das unermüdliche Streben nach mehr Selbstbestimmung und weniger Barrieren - für uns alle.
 

Panorama aus einer Fensterfront auf die Mainzer Altstadt, insbesondere den Dom. Rechts vor dem Panorama ist ein Monitor aufgebaut. Darauf ist eine Frau im Rollstuhl bei der Einfahrt in den Vorführugnssaal des Staatstheaters zu sehen.ein
Ein Bild von Marita Boos-Waidosch auf einem Tisch. Daneben steht eine Kerze, davor liegt ein Buch.