22.01.2026
Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für außerklinische Beatmung und Intensivversorgung (DIGAB) kritisiert Welt-Kolumne von Dr. Kristina Schröder

Die DIGAB bezieht in einem offenen Brief Stellung zu Aussagen, die Frau Dr. Schröder in ihrer Kolumne in der Zeitung Die Welt machte. Frau Schröders Beitrag mit dem Titel „Was wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können“ stellte zahlreiche Leistungen des Sozialstaats infrage, die Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ein gleichberechtigtes Leben ermöglichen.

In Ihrer Kolumne beschäftigte Dr. Kristina Schröder sich am 30. Dezember 2025 mit steigenden Kosten im Sozialsystem. Nach Ansicht der DIGAB stellt der Artikel Menschen mit Behinderung vor allem als Kostenfaktor dar. Frau Schröder entmenschliche sie durch Sprache und Vergleiche. Die DIGAB stellt richtig, dass Assistenz- und Pflegeleistungen keine Luxusausgaben sind, sondern Voraussetzung für Teilhabe, Selbstbestimmung und in vielen Fällen für das Überleben der Betroffenen.

Außerdem stellt die Gesellschaft klar, dass Leistungen keinesfalls leicht bewilligt werden. In der Praxis müssten viele Menschen mit Behinderung jahrelang Anträge stellen und vor Gerichten um angemessene Unterstützung kämpfen. Vergleiche mit skandinavischen Ländern sind der DIGAB zufolge ebenfalls irreführend, da dort andere Bildungs- und Unterstützungssysteme bestehen.

Besonders deutlich kritisiert der offene Brief Aussagen zur außerklinischen Intensivpflege. Hier gehe es nicht um abstrakte Kosten, sondern um lebensnotwendige Versorgung. Ohne diese Leistungen drohe Betroffenen der Tod. Gleichzeitig weist die DIGAB darauf hin, dass Assistenzleistungen auch gesellschaftlich und wirtschaftlich sinnvoll sind, da sie Arbeit ermöglichen und Arbeitsplätze schaffen.

Grundsätzlich begrüßt die DIGAB eine sachliche Debatte über die Finanzierung sozialer Leistungen. Sie lehnt jedoch eine Sprache ab, die die Würde von Menschen mit Behinderung infrage stellt, und lädt die Autorin der Kolumne ein, mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen und deren Perspektiven einzubeziehen.

Der gesamte Brief der DIGAB kann online eingesehen werden.
 

Frontalansicht auf das Budnestagsgebäude